85 Jahre nach dem Überfall auf die Sowjetunion · Vortrag mit Reinhard Lauterbach
Vor 85 Jahren, im Morgengrauen des 22. Juni 1941, begann Hitler-Deutschland den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Als der Krieg im Mai 1945 nach knapp vier Jahren mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands endete, hatte die Sowjetunion 27 Millionen Tote zu beklagen, davon 14 Millionen Zivilisten. Allein die Blockade Leningrads kostete zwei Millionen Menschen das Leben. Drei Millionen sowjetische Kriegsgefangene starben in deutschen Lagern durch Hunger, Kälte, Krankheiten und Exekutionen. Auf deutscher Seite starben knapp vier Millionen Wehrmachtssoldaten.
Mit dem „Blitzkrieg“ wollte Hitler seinen strategischen Hauptfeind, die Sowjetunion („jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung“) unterwerfen und das weite Land bis zum Ural zur deutschen Kolonie machen („Lebensraum im Osten“, „Kornkammer Ukraine“).
Die Erinnerung an den 22. Juni 1941 stand in der der Bundesrepublik Deutschland immer im Schatten anderer Gedenktage. Zum 85. Jahrestag scheint die historische Dimension des 22. Juni 1941 erst recht nicht mehr in die inzwischen auf „Kriegstüchtigkeit“ getrimmte politische Landschaft zu passen.
Der gelernte Historiker und Slawist Reinhard Lauterbach verfolgt als Journalist seit vielen Jahren mit nach allen Seiten kritischer Distanz die Entwicklungen in Osteuropa. Knapp 30 Jahre lang war er Redakteur bei verschiedenen ARD-Sendern, u. a. 1998 bis 2001 Korrespondent des ARD-Hörfunks in Warschau und Kiew. Seit 2013 ist er Osteuropakorrespondent der Tageszeitung „junge Welt“ und Autor in „konkret“ und anderen Publikationen.
In seinem Vortrag befasst sich Reinhard Lauterbach mit dem Verlauf und der systematischen Vorbereitung des Feldzugs gegen Russland, die sich von der deutschen Außenpolitik ab 1933 bis hin zu Hitlers „Mein Kampf“ (1925) zurückverfolgen lässt.
Ein weiteres Thema sind die unterschiedlichen Erinnerungs- und Gedenkkulturen in Deutschland, in Russland, in der Ukraine und in den anderen Ländern auf dem Gebiet der damaligen Kriegsschauplätze. Außerdem geht der Referent auf die aktuellen Kontroversen über „Instrumentalisierung der Geschichte“ und „Geschichtsrevisionismus“ ein. Weitere Debatten gibt es aktuell über den Anteil der Sowjetunion am Sieg der Alliierten über den Hitler-Faschismus und über den deutschen Umgang mit der eigenen Geschichte in Zeiten neuer deutscher militärischer und geopolitischer Ambitionen.
Kooperation: Reutlinger Initiative für Frieden und Abrüstung (RIFA), Kulturzentrum franz.K
Vor 85 Jahren, im Morgengrauen des 22. Juni 1941, begann Hitler-Deutschland den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Als der Krieg im Mai 1945 nach knapp vier Jahren mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands endete, hatte die Sowjetunion 27 Millionen Tote zu beklagen, davon 14 Millionen Zivilisten. Allein die Blockade Leningrads kostete zwei Millionen Menschen das Leben. Drei Millionen sowjetische Kriegsgefangene starben in deutschen Lagern durch Hunger, Kälte, Krankheiten und Exekutionen. Auf deutscher Seite starben knapp vier Millionen Wehrmachtssoldaten.
Mit dem „Blitzkrieg“ wollte Hitler seinen strategischen Hauptfeind, die Sowjetunion („jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung“) unterwerfen und das weite Land bis zum Ural zur deutschen Kolonie machen („Lebensraum im Osten“, „Kornkammer Ukraine“).
Die Erinnerung an den 22. Juni 1941 stand in der der Bundesrepublik Deutschland immer im Schatten anderer Gedenktage. Zum 85. Jahrestag scheint die historische Dimension des 22. Juni 1941 erst recht nicht mehr in die inzwischen auf „Kriegstüchtigkeit“ getrimmte politische Landschaft zu passen.
Der gelernte Historiker und Slawist Reinhard Lauterbach verfolgt als Journalist seit vielen Jahren mit nach allen Seiten kritischer Distanz die Entwicklungen in Osteuropa. Knapp 30 Jahre lang war er Redakteur bei verschiedenen ARD-Sendern, u. a. 1998 bis 2001 Korrespondent des ARD-Hörfunks in Warschau und Kiew. Seit 2013 ist er Osteuropakorrespondent der Tageszeitung „junge Welt“ und Autor in „konkret“ und anderen Publikationen.
In seinem Vortrag befasst sich Reinhard Lauterbach mit dem Verlauf und der systematischen Vorbereitung des Feldzugs gegen Russland, die sich von der deutschen Außenpolitik ab 1933 bis hin zu Hitlers „Mein Kampf“ (1925) zurückverfolgen lässt.
Ein weiteres Thema sind die unterschiedlichen Erinnerungs- und Gedenkkulturen in Deutschland, in Russland, in der Ukraine und in den anderen Ländern auf dem Gebiet der damaligen Kriegsschauplätze. Außerdem geht der Referent auf die aktuellen Kontroversen über „Instrumentalisierung der Geschichte“ und „Geschichtsrevisionismus“ ein. Weitere Debatten gibt es aktuell über den Anteil der Sowjetunion am Sieg der Alliierten über den Hitler-Faschismus und über den deutschen Umgang mit der eigenen Geschichte in Zeiten neuer deutscher militärischer und geopolitischer Ambitionen.
Kooperation: Reutlinger Initiative für Frieden und Abrüstung (RIFA), Kulturzentrum franz.K

Termine & Ort
Datum
22.06.2026
Uhrzeit
19:30 - 21:30 Uhr
Ort
Spendhausstraße 6, Reutlingen, Haus der Volkshochschule, Saal
Dozent*in
Weitere Kurse
263A211014 - Ein verdrängter Jahrestag - 22. Juni 1941








